Rückblicke
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8. März 2026
Nabucco in der Deutschen Oper am Rhein
Mit einem Talk zum Aperitif mit Dr. Gerhard Doujak
Wieder einmal konnten wir dank der Vermittlung der Geschäftsführenden Direktorin der Deutschen Oper am Rhein, Alexandra Stampler-Brown, gemeinsam eine Oper besuchen: Giuseppe Verdis „Nabucco“.
Der Opernabend begann beim Aperitif im oberen Foyer mit einem besonderen von unserem Vizepräsidenten Dr. Florian Aspöck eingeladenen Gast: Botschafter Dr. Gerhard Doujak.
Der Österreicher leitet nach Stationen als Botschafter in Peru und Senegal, sowie Gesandschaftsposten im Außenministerium und den Vereinten Nationen in New York heute das Verbindungsbüro des Europarates bei den Vereinten Nationen, der OSZE und anderen internationalen Organisationen in Wien. In seinen Tätigkeiten spielten die Themen Abrüstung und Rüstungskontrolle sowie Menschenrechte und Völkerrecht eine herausragende Rolle – ein idealer Gast also für ein Gespräch im Rahmen der so politischen Oper „Nabucco“, und in einer Woche, in der sich österreichische und internationale Touristen plötzlich inmitten einer geopolitischen Krisenregion fanden.
In seinem Gespräch mit unserem Vizepräsidenten, Florian Aspöck, erzählte Doujak aus seinen einzelnen Berufsstationen. Er betonte die große Rolle, die auch ein kleineres Land wie Österreich in der Welt einnehmen kann. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld der österreichischen Diplomatie ist dabei die Kultur und der Bildungsaustausch. Doujak blickte auf eine der größten außenpolitischen Krisen Österreichs im Jahr 2000 zurück, als Österreich nach der Nationalratswahl und der Koalitionsbildung aus ÖVP und FPÖ mit EU-Sanktionen der anderen 14 EU-Mitglieder belegt wurde – ein bis dahin nicht dagewesener Vorgang in der Europäischen Union.
Als ein Business as Usual durch monatelange diplomatische Isolierung nicht mehr möglich war, schlug wieder die Stunde der österreichischen Diplomatie, im Großen und im Kleinen. Denn nicht nur, aber auch in einer solchen Situation, sind es auch die Auslandsösterreicher, die Botschafter ihres Landes sind. Ihre Rolle betonte Doujak besonders, ob sie nun als Unternehmer, Kulturtreibende, durch Initiativen wie etwa Schulgründungen im Gastland, oder als Privatleute, das Bild Österreichs im Ausland mitbestimmen.
Der zweite Teil des Abends begann nach dem Einführungsvortrag zur Inszenierung von Giuseppe Verdis „Nabucco“. Die Oper wurde 1842 uraufgeführt und schnell vom Risorgimento vereinnahmt, der Bewegung zur Bildung einer geeinten und unabhängigen italienischen Nation, die 1861 in der Gründung des Königreiches Italien gipfelte.
Die Inszenierung beginnt eindrücklich mit Menschen, die durch einen feindlichen Angriff aus ihrem Alltag gerissen werden und sich aus den Trümmern ihres Wohnhauses herausgraben müssen.
Zwei Herrscher bekriegen sich, der größenwahnsinnige babylonische Nabucco und Zaccaria, der Anführer der Hebräer. Dazwischen steht die Liebe von Nabuccos Lieblingstochter Fenena und Zaccarias Sohn Ismaele.
Ihre Liebe wird den Krieg nicht überstehen. Zu wichtig ist den Herrschern der letztlich aussichtslose Kampf gegeneinander und der Sieg über den Feind, ungeachtet dessen, dass beide Völker gleichermaßen zerrieben werden.
Auch Nabuccos Tochter Abigaille, die von Kindheit an vergeblich um die Liebe ihres Vaters gekämpft hatte, wird keine bessere Herrscherin.
Dann ein kurzer Moment, in dem beide Völker träumen: „Va, pensiero“ – „Flieg, Gedanke“, der berühmte Gefangenenchor über den Verlust von Heimat und die Hoffnung auf ein anderes Morgen – heute die heimliche Hymne Italiens. In Lanzinos Inszenierung singen beide Völker dieses Lied gemeinsam.
Die Herrscher werden am Ende hingerichtet. Ob nun wirklich Frieden einkehren kann, bleibt jedoch offen.
In der Pause der Oper gab es Gelegenheit, diese beeindruckende Inszenzierung und ihre politische Bedeutung am inzwischen traditionellen langen rot-weiß-roten Tisch im Foyer bei einem Imbiss und österreichischem Weißwein wirken zu lassen und zu diskutieren.
Sophia Marschner
23. Februar 2026
Austrian Cinema Abend im Düsseldorfer Filmmuseum
Nach dem Erfolg im letzten Jahr, gab es auch in diesem Februar einen Abend ganz im Zeichen der Filmkunst. Zunächst führten uns der Direktor des Filmmuseums, Philipp Hanke, sowie Andreas Thein, Leiter der Sammlung und der Filmrestaurierung, durch die aktuelle Sonderausstellung zu Leben und Werk des Regisseurs Andrzej Wajda.
Der 1926 geborene Pole arbeitete seit 1953 als Film- und Theaterregisseur. Seine Filme behandeln Themen der polnischen Geschichte und Gesellschaft wie das Massaker von Katyn, den polnischen Widerstand und den Warschauer Aufstand. Seine Filme werden dem Kino der moralischen Unruhe zugeordnet. In den 1980er Jahren ging er nach Frankreich und drehte dort „Danton“. 2000 erhielt Wajda den Ehrenoscar und 2006 den Goldenen Ehrenbären der Berlinale.
Neben vielen Filmausschnitten zeigt die Ausstellung Originalrequisiten und umfangreiche Beispiele seiner Arbeitsmaterialien, Drehbücher, Zeichnungen und Notizen, die zeigen, wie akribisch Wajda seine Arbeit vorbereitete und am Filmset durchführte.
Nach einem Imbiss gab Andreas Thein eine kleine Einführung in den österreichischen Sensationsfilm – ein bemerkenswertes Genre der frühen Stummfilmkunst. Sein bekanntester Vertreter war der österreichische Schauspieler und Regisseur John Delmont, der – teilweise gemeinsam mit Harry Piel – Filme produzierte wie „Der geheimnisvolle Klub“ (1913) oder „Der Desperado von Panama“ (1914). Mit aus heutiger Sicht einfachen Methoden der Kamera- und Schnittführung werden hier beachtliche Actionszenen dargestellt.
Den Hauptakt des Tages bildete schließlich der Film „Mephisto“ von 1981. Andreas Thein gab eine Einführung in Entstehung und Rezeption des oscarprämierten Films.
„Mephisto“ ist der erste von drei Filmen des Regisseurs István Szabó mit dem Hauptdarsteller Klaus Maria Brandauer – die anderen zwei Filme: „Oberst Redl“ und „Hanussen“.
Erzählt wird der Aufstieg des Schauspielers und Regisseurs Gustav Gründgens – hier verschlüsselt als Hendrik Höfgen. Es treten bekannte Protagonisten der Zeit auf. Gründgens war mit Erika Mann verheiratet, ihr Vater Thomas Mann war ein früher Förderer.
Sehr beeeindruckend neben Klaus Maria Brandauer ist Rolf Hoppe als Hermann Göring, der hier nur der „Ministerpräsident“ heißt.
Dieser ist fasziniert von Höfgens Darstellung des Mephisto in Goethes „Faust“, fördert ihn, ernennt ihn sogar zum Intendanten des Staatstheaters. Doch es wird bald klar, dass diese Bevorzugung für Höfgen keine Handlungsfreiheit bringt. Er wird nach und nach zu einem letztlich willigen Instrument der Mächtigen. Nachdem er sich anfangs beim Ministerpräsidenten erfolgreich für seine Geliebte und einen Freund eingesetzt hatte, zieht er bei einem weiteren Antrag den Zorn des Ministerpräsidenten auf sich. Höfgen erkennt, wie ausgeliefert er dem Regime ist, obwohl gleichzeitig selbst in die äußere Darstellung von dessen Macht verstrickt.
Trotz der schweren Themen war der Austrian Cinema-Abend wieder ein voller Erfolg – ein schöner Abend in angenehmer Gesellschaft und Umgebung.
Sophia Marschner
Hinten: Leone d’Oro, Venedig
Vorne: Goldener Bär, Berlin
Beide: Bronze, elektrolytisch vergoldet
Goldene Palme, Cannes
Palmwedel aus 118 Gramm purem Gold
Academy Award (Oscar), Hollywood
Bronze, elektrolytisch vergoldet, 3,85 kg
22. Januar 2026
Die geheime Macht der Düfte im Museum Kunstpalast
Was macht die Macht der Düfte aus, was lösen unterschiedliche Düfte in uns aus, wie können sie eingesetzt werden und zu welchen Zwecken? Wie können wir sie für uns nutzen? Und wie roch es eigentlich in der Vergangenheit?
Diesen und vielen anderen Fragen widmet sich die von Robert Müller-Grünow kuratierte Ausstellung im Kunstpalast. Müller-Grünow hat vor über 20 Jahren mit Scentcommunication ein Unternehmen gegründet, das Düfte als kommunikatives Medium und architektonisches Gestaltungselement einsetzt.
Die Duftstationen und auch komplett beduftete Räume befinden sich in der Sammlung des Kunstpalasts, die so noch einmal ganz anders erlebbar wird. Myrrhe, Benzoin, Weihrauch und kostbare holzige Aromen wurden und werden von vielen Religionen eingesesetzt und schaffen eine unverkennbare spirituelle Atmosphäre.
Aber vor allem im persönlichen Gebrauch sind Düfte und Parfums überhaupt nicht wegzudenken und haben zur Entwicklung unzähliger Noten geführt und zu den erstaunlichsten Kombinationen. So erzeugt das im Alleingang eher muffige Aroma der Zibetkatze im Zusammenspiel mit anderen Düften auf einmal Wohlgerüche.
Ähnlich ist es mit dem experimentell zusammengesetzten Geruch von Paris, eine Mischung aus Veilchen und anderen angenehmen Aromen, zu dem der unverkennbare Geruch von Pferdemist beigemischt wurde.
Die Wissenschaften befassen sich mit der Wirkung der Düfte auf Gesundheit und Unterbewusstsein. Düfte können Erinnerungen – gute und schlimme – heraufbeschwören. Sie können heilen und lindern, sie können Atmosphäre erschaffen, und auch unsere Entscheidungen beeinflussen.
Nach der Macht der Düfte widmeten wir uns den Gaumenfreuden und ließen den Abend bei leckerem italienischem Essen im gemütlichen Anna Maria Café ausklingen
Sophia Marschner
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